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Ich und meine Putzfrau…

Heute war es schon wieder so weit… Ich brauchte meine Putzfrau. Ganz dringend! Es sah bei mir zu Hause aus wie bei Hempels unter dem Sofa. Also ließ ich meine Putzfrau kommen. Ich rufe sie nicht oft, aber manchmal muss es eben sein.

Diese Frau ist wirklich ein Goldschatz, sie macht mein Leben wieder schön! Sie kommt dann immer, setzt sich erst einmal hin, trinkt einen Kaffee und dann legt sie los. Sie bindet zuerst ihre Haare zusammen, sucht im Fernseher einen Musiksender und macht die Musik ganz laut (deswegen lasse ich sie meistens nur kommen, wenn sonst keiner zu Hause ist). Dann öffnet sie alle Fenster (so wissen auch endlich alle meine Nachbarn, dass bei mir was passiert) und fängt an zu putzen.

Sie schüttelt dabei zum Beispiel immer alle Teppiche und Badezimmermatten einfach vom Balkon aus, weswegen sich die fette Nachbarin von unten lauthals beschwert, aber das macht ihr gar nichts. Sie brüllt dann immer was zurück und macht einfach weiter. Ich könnte mir auch nicht vorstellen mit jedem einzelnen Teppich die drei Stockwerke nach unten und über den Parkplatz zu der Teppichklopfstange zu rennen, um ihn sauber zu machen. Ich hätte ja nicht einmal einen Teppichklopfer für sie, wenn sie es machen würde. Wer hat denn heute noch einen Teppichklopfer? Wo sollte man so ein Ding heutzutage noch kaufen? Die sind doch zusammen mit den hauptberuflichen Hausfrauen ausgestorben…

Na ja, auf jeden Fall macht die Putzfrau schon ziemlich gut sauber, genauso wie ich es gerne habe. Und das allerbeste an ihr ist, dass sie das alles total kostenlos macht! Wirklich! Sie nimmt keinen einzigen Cent! Deswegen lasse ich sie ja nicht so oft kommen wie ich es eigentlich am liebsten hätte. Es ist dann doch irgendwie peinlich… Wenn schon jemand arbeitet ohne dafür Geld zu nehmen, dann kann ich ihn ja doch nicht alle 5 Minuten rufen! Ich habe mich auch mal gefragt, warum sie überhaupt kommt, wenn sie doch alles umsonst macht… Und „umsonst“ meint hier sowohl den fehlenden Lohn, als auch die Tatsache, dass alles gleich wieder unordentlich und schmutzig ist. Und sie hat es dann so erklärt:

„Ich putze, weil ich die Welt ein bisschen schöner machen möchte. Dreck und Unordnung kann ich nicht ausstehen.“

Ja… Nachvollziehbar… Auf jeden Fall war sie heute da und hat das Bade- und das Schlafzimmer pikobello sauber gemacht. Für mehr hatte sie heute leider keine Zeit. Ich werde sie für den Rest der Wohnung aber noch brauchen und bald wieder rufen müssen. Wenn es mir doch nur nicht so peinlich wäre…

Ich hätte es heute zwar lieber gehabt, wenn diese Frau gleich die ganze Wohnung in einem Wisch geputzt hätte, weil hier ein Frühlingsputz echt notwendig ist. Aber was soll man tun? Ich kann sie doch nicht unter Druck setzen… Als sie also fertig war, da machte ich den Fernseher aus, öffnete wieder meine Haare und ging raus, das schöne Wetter genießen. Ich kann in meiner Freizeit doch nicht den ganzen Tag nur als MEINE EIGENE Putzfrau schuften…

Nuh Sarche

Hier mehr meiner Geschichten…

Mein neues Bett…

Draußen vor dem Laden rauchte ich schnell noch eine. Bemüht es so hinzukriegen, dass es keiner merkte. Und als ich so langsam, versteckt rauchend zum Eingang spazierte, da kam mir so eine entgegen, langsam, immer näher, bis sie meine imaginäre Rück-mir-nicht-zu-nah-auf-die-Pelle-Grenze überschritt, mich angrinste, mir ihre Kippe entgegenstreckte und fragte: „Hast du mal Feuer?“ Also kramte ich hastig in meiner schicken Handtasche, fand endlich das Feuerzeug und gab es ihr. Sie grinste nur weiter, machte ihre Zigarette an und wackelte dankend wieder weg.

So! Das hatte ich nun davon! Ich, eine überzeugte Nichtraucherin! Seitdem ich vor 10 Jahren aufgehört hatte zu rauchen entwickelte sich bei mir eine regelrechte Abscheu vor den ganzen weiterrauchenden Proleten. Also zu den wollte ich auf keinen Fall dazugehören. Und nu? Da solidarisiert sich mal eben eine rauchende Asoziale mit mir! Muss wohl an den Raucherunfreundlichen-Zeiten neuerdings liegen, da rückt zusammen, was nicht zusammengehört… Das ließ mich mal wieder dieses ganze Ach-was-soll’s-dann-rauche-ich-doch-eben-wieder-Ding gehörig überdenken. Aber erst nachdem ich wieder zu Hause war. Jetzt war ich noch auf der Suche nach einem neuen Bett. Deshalb der ganze Ausflug in den Möbelladen.

Und als ich so die Rolltreppe nach oben in die Schlafzimmer-Abteilung befördert wurde, sah ich von weitem sofort mein Traumbett. Weiß, Kunstleder-Verkleidung (oder wie nennt man noch dieses Plastikzeug?), Sonderangebot, Preis 299 Euro ohne Lattenrost und Matratzen. Also ging ich daraufhin gleich, ohne den Rest der Ausstellung zu begutachten, zu dem hinter einem Schreibtisch in seine Arbeit am Computer vertieften Verkaufspersonal. Verkaufspersonal beschreibt hier einen schicken Mann im (Maß?)Anzug (das kann ich immer so schlecht beurteilen…). Und ich fragte nach dem Bett-Endpreis mit Lattenrost und Matratzen. Und da rechnete er im Taschenrechner-Programm des Computers: 299 Euro fürs Bett, plus zwei Lattenroste (gerade im Angebot!) für je 79 Euro und noch zwei von den günstigsten besten Matratzen je 249 Euro… Das wären dann 955 Euro… Und ob er mir nicht gleich die Matratzen zeigen könnte? Übrigens die Matratzen wären auch im Sonderangebot, da sollte ich mich relativ schnell entscheiden, kam noch auf dem Weg in die Matratzenabteilung von ihm.

Also da, auf diese rechte sollte ich mal eben hinlegen, die Schuhe bitte vorher ausziehen, tönte es vom erfahrenen Verkaufspersonal, mit einem charmanten Lächeln vorgetragen. Also tat ich wie befohlen und legte mich auf dem Rücken schuhlos hin. „Und bitte entspannen.“ Also entspannte ich mich. „Noch mehr entspannen.“ Also entspannte ich mich noch mehr. „Nein, sie sind immer noch nicht entspannt!“ Nein, war ich wirklich nicht. Aber wie zum Henker konnte er es sehen, dass ich mir gerade Gedanken über mögliche Löcher in meinen Socken machte, und versuchte möglichst so zu liegen, dass es ihm im Falle des Falles auf keinen Fall auffallen sollte. Na ja, war eben sehr erfahren das Verkaufspersonal… Also entspannte ich mich mehr, auf die Gefahr eines Sockenlochs hin, denn ich hatte die Augen geschlossen und genoss die Matratzenbequemlichkeit und konnte nicht mehr orten, wo er stand. „Und jetzt die Seitenlage bitte.“ Also drehte ich mich auf die Seite. „Ich darf mal bitte.“ Und er packte seine Hände unvermittelt je auf meine Hüfte und unter meine andere. Da ich aber so entspannt war, konnte ich nun nicht mal zusammenzucken… „Und da zeigt sich die Qualität der Matratze, denn obwohl ihr Gesäß in die Matratze eingesunken ist, haben sie noch Raum zur Hüfte hin und die Wirbelsäule kann sich in der Gerade entspannen… bla bla bla.“

Die Vorführung kam zum Ende, ich stand auf und fragte naiv: „Also das sind die Matratzen die sie mir vorgerechnet haben“, weil ich meine sinnlichen Eindrücke mit dem Vorgespräch mental in Zusammenhang bringen und zusammen abspeichern wollte. „Aber wo! Diese kosten 549 Euro, sind allerdings nicht gerade im Sonderangebot wie die anderen. Diese sind hier.“ Und er zeigte mir fast genauso aussehende Matratzen nebenan. „Ich sage immer, wenn man die teureren mal ausprobiert hat, ist für die anderen für immer versaut. Aber probieren sie mal selber.“ Sagte das Verkaufspersonal und lächelte breit. Gar nicht mal uncharmant und ziemlich gut aussehend, musste ich mal eben feststellen. Ob das an dem Vollkörperkontakt lag? Ich vergaß beinahe mich innerlich über die Irreführung aufzuregen, aber nur beinahe. Ich legte mich auf die Sonderangebots-Matratze hin und musste feststellen, dass der Komfort im Vergleich zu vorhin wohl tatsächlich nicht 100%ig war. Aber kam es denn auf die paar Prozente an, angesichts der 600 Euro (!) Mehrausgabe? Ich überlegte angestrengt während es mich über Kaltschaum und Wirbelsäulen-Entspannung lächelnd und immer besser aussehend belehrte… Als ich fertig war bekam ich unaufgefordert seinen Namen und Telefonnummer am Schreibtisch, zusammen mit seinen arbeitsfreien Tagen auf die Visitenkarte gekritzelt, denn ich sollte mir vielleicht wegen des Sonderangebots nicht allzuviel Zeit lassen…

War das jetzt eine Anmache? Ich bin ein wenig aus der Übung . Ich steckte also die Visitenkarte in meine Handtasche und rollte die Treppen zum Ausgang. Und umso weiter ich mich entfernte, desto mehr beschlich mich die Sicherheit, dass es doch eine Anmache war. Es konnte schlicht und ergreifend keine Verkaufsstrategie sein. Dieser ganze Charme und der Vollkörperkontakt und so… So gemein sind die Verkäufer nicht! Sie würden sich doch niemals in einen (Maß)Anzug schmeißen und einer Frau ihre Telefonnummer in die Hand drücken, nur um ihre teuren Matratzen loszuwerden (auf Provisionsbasis, versteht sich!) Also ging ich raus und überlegte, ob ich auf diese Anmache jetzt noch eine Zigarette rauchen sollte…“

Nuh Sarche

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Von Märchenprinzen und dem ganz normalen Leben, das dazwischenkommt…

Na ja, das kennst Du doch… Shit happens. Aber, dass es gleich so dicke kommt, das hätte sich meine Freundin an diesem Morgen nicht gedacht. Bis zu diesem Augenblick als sie auf dem Treppenhaus stand und ihr plötzlich die Auslosigkeit ihrer Lage einfiel…

Und so fing alles an…

Sie lernte in der Disco einen sehr netten Typen kennen. Einen wirklich seeeehr netten Typen! Und wie es so ist, gingen sie danach zu ihm. Sie hatten wirklich einen super tollen Draht zueinander. Da stimmte von Anfang an alles. Und sie blieb da. Am liebsten wäre sie für immer geblieben. Nach dieser Nacht hatte sie das Gefühl, als ob sie ihn schon immer gekannt hätte. Das passiert nicht oft, aber endlich ist es auch ihr passiert. Endlich! Das war er!

Und nachdem er ihr morgens den Kaffee ans Bett gebracht hatte, sagte er, dass sie einfach bleiben könnte wenn sie wollte. Am liebsten für immer. Und er sagte das wirklich! Er müsse allerdings jetzt zur Arbeit ins Krankenhaus und würde erst spät wieder zurückkommen. Er würde sich aber seeeeeeehr freuen wenn sie dann noch da wäre. Dabei küsste er sie so leidenschaftlich, dass sie von den Socken fallen würde, hätte sie welche angehabt. Und nicht mal der morgendliche ungeputzte Mundmief hatte ihn gestört. Das musste doch der Traumprinz sein auf den sie so lange gewartet hatte, und ein Arzt noch dazu!

Da er aber jetzt wirklich sehr in Eile war, kritzelte er ihr seine Telefonnummer auf einen alten Kassenzettel, den er auf die schnelle in der Küche fand. Von der Küche aus kommunizierte er weiter, dass wenn sie aber heute doch noch zur Uni gehen würde, er könne ja verstehen wenn sie nicht bis zum Abend hier alleine rumsitzen wollte, obwohl der Kühlschrank ausreichend gefüllt wäre, sie könne sich übrigens frei bedienen, da er ja kein richtiges Frühstück mehr machen könne. Ja genau, wenn sie gehen würde, dann sollte sie einfach nur die Tür zumachen. So nach acht wäre er dann wieder da, und würde ihr ein wunderbares Abendessen zaubern… Wie auch immer, er würde sich seeeehr freuen sie dann hier wiederzusehen. Übrigens die Toilette sollte sie lieber nicht benutzen, weil sie seit gestern total verstopft wäre. Er würde nach der Arbeit gleich einen Notrufs-Klempner kommen lassen. „Dann bis dann meine Traumfrau“ hörte sie noch und die Tür schlug zu.

Da war sie allein in seiner Wohnung auf Wolke sieben. Er hatte ihr total vertraut und sie hier ganz alleine gelassen! Sie fand einen vollen Kühlschrank und die Nummer auf dem Küchentisch. Nach dem Frühstück fand sie dann die Arztkittel und Latexhandschuhe im Schrank, aber keine Hochzeitsbilder in den Fotoalben. Selbstverständlich musste sie alles durchsuchen, wenn sie schon mal hier alleine war. Natürlich ganz dezent, aber doch sehr gründlich. Und sie fand hier ihren zukünftigen Ehemann! Ja, das war er – ihr zukünftiger Ehemann!

Sie würde gleich zur Uni gehen und zum Abendessen wieder da sein. Vielleicht dann wirklich für immer… Sie hatte sich fertig gemacht und als sie so vor sich hin träumte, da ging sie zum Bad und setzte sich wie selbstverständlich auf die Toilette. Als sie fertig war, da überfiel sie plötzlich ein kalt-heißer Schauer! Hatte er nicht etwas von verstopft gesagt? Sie versuchte ganz leicht die Spülung zu drücken und als das Wasser statt abzufließen sich zu türmen begann, da wusste sie, sie sitzt jetzt wortwörtlich in der Scheiße!

Tja, was machen??? Ihr fielen schnell die Latexhandschuhe im Schrank ein. Sie holte sich einen und zog ihn an. Dann begann sie in der Brühe rumzufischen, und als sie mit dem gröbsten fertig war, da zog sie den Handschuh auf links drehend vorsichtig aus. Danach schnürte sie den Handschuh säuberlich wieder zu, obwohl es keinesfalls einfach war, und wollte ihn so unauffällig wie möglich im Küchenmülleimer entsorgen. Also lief sie zur Küche und suchte panikartig nach dem Mülleimer. Sie konnte ihn nicht finden, also ließ sie den Handschuh auf dem Tisch liegen und wollte schnell zuerst noch die Toilette in Ordnung bringen.

Das Wasser war ein wenig abgeflossen, aber es kostete sie viel Mühe und Zeit die Toilette wieder in einen ansehnlichen Zustand zu bringen. Als sie fertig war, war es ihr so peinlich, dass sie sich einfach ihre Tasche schnappte und so schnell wie möglich raus rannte. Bis zum Abend würde man sicher von dem peinlichen Vorfall nichts mehr merken!

Sie schlug die Tür hinter sich zu und in dieser Sekunde fiel ihr der Handschuh auf dem Küchentisch ein…

Sie stellte sich nur entsetzt vor, wie er die Symbolik des fäkalen Handschuhs auf seiner nicht mitgenommenen Telefonnummer (die hatte sie natürlich auch in diesem Stress auf dem Küchentisch vergessen) deuten würde. Da hatte er ihr so vertraut, ihr seine ganze Wohnung überlassen, nachdem sie sich gerade mal ein paar Stunden gekannt hatten, und sie hätte ihm so was auf den Küchentisch gepackt. Eine Fetischistin? Ein Freak? Auf keinen Fall eine zukünftige Ehefrau!!!

Es würde sich ja auch ganz komisch in ihrer Kennenlern-Geschichte machen, wenn er erwähnen würde, was er fand nachdem sie weg war… Nein, keinen Glaspantoffel, eher einen Gummihandschuh…

Und ob der Märchenprinz sie danach noch gesucht hatte???? Das weiß auch keiner…

Nuh Sarche

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